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  • Günter Holasek

Montagsbotschaft

Gelassenheit.


Schon zu allen Zeiten war es von großem Vorteil, auch in schwierigen Situationen gelassen zu bleiben. In dem Wort Gelassenheit steckt auch "lassen", "loslassen", "ablassen", "hinter sich lassen", "gehen lassen" und vieles mehr. Das bedeutet zuerst einmal, dass wir alles, was wir nicht beeinflussen können und uns nicht gut tut, loslassen sollten. Es kostet uns nur wertvolle Lebensenergie, die wir sinn- und nutzlos verschwenden, ja uns dadurch selber Schaden zufügen. Das bedeutet natürlich nicht, alles hinzunehmen, keine eigene Meinung oder keinen Standpunkt zu haben. Auch eine durch Abstumpfung gedämpfte Wahrnehmung kann nicht das Ziel sein. Es gilt die subtilen Störprogramme des Gedankenkarussells zu erkennen und uns bewusst anders zu entscheiden. Wir dürfen auch entdecken, dass wir nicht unsere Gedanken und Emotionen sind, wir erfahren sie nur. Sie sind durch unsere Erfahrungen und Konditionierungen entstanden. Wir haben uns zu Sklaven unserer Gedankenwelt gemacht, sind ihr scheinbar ausgeliefert. Doch auch das ist nur eine weitere Erfahrung. Wir würden oft gerne unser Gehirn, unser "Denken" abschalten. Wir kommen nicht auf die Idee, unser Herz oder anderen Organe abzuschalten, denn das würde unseren Tod bedeuten. Warum wollen wir also unser Gehirn abschalten? Weil unsere ständig kreisenden Gedanken unser Leben oft unerträglich machen. Doch wir sind es selbst, die diese Gedanken erzeugen und dann darunter leiden. Also ist es sehr erstrebenswert unnötige Gedanken loszulassen, um eine Gelassenheit zu entwickeln und zum Beobachter des Lebens zu werden. Wenn diese Gedankenflut zum Stillstand kommt, beginnt die Gelassenheit, man ruht in sich selbst. Eine große Hilfe Gelassenheit zu erlangen ist tägliche Meditation. Doch nur allzu oft hört man: "Dazu hab ich keine Zeit! Ich habe zu viel Stress!" usw. Es ist einem nicht bewusst, dass eben genau diese Aussagen die Weiterentwicklung behindern. Unser Unterbewusstsein wird immer das verstärken, auf was wir in unseren Gedanken fokussiert sind.


Meditation ist keine mystische Kunst, jeder Mensch kann es erlernen. Es bedarf keiner bestimmten Körperhaltung, doch ist es unbedingt nötig, wach zu bleiben (konzentriert). Den meisten Menschen der Westlichen Welt fällt es sehr schwer längere Zeit im Lotussitz zu verweilen. Es entstehen oft starke Schmerzen und man ist damit beschäftigt diese auszuhalten, zu transformieren oder zu ignorieren. Das ist meiner Meinung nach verschenkte Zeit. Meditation ist Konzentration, eine Sammlung in sich selbst. Wenn man eine bequeme Haltung eingenommen hat, konzentriert man sich auf seine Atmung.

Das hat schon Buddha so empfohlen. Richte deine Aufmerksamkeit auf das ein- und ausatmen. Beobachte deinen Atem. Gedanken, die kommen, lässt man einfach vorüber ziehen, lässt sie los. Nach 20 bis 30 Minuten kommt dieser Gedankenfluss zum Erliegen und man taucht in eine wohltuende Ruhe ein. Nach einigen Wochen Training erreicht man den Zustand des denkfreien Beobachters und befindet sich somit in einer tiefen Gelassenheit. In einer tiefen Gelassenheit zu ruhen, schenkt uns Kraft und Energie. Unser Leben wird positiv beeinflusst, es wird definitiv leichter.

Es ist schon hilfreich, wenn wir mit 10 Minuten pro Tag beginnen und nach und nach immer weiter ausdehnen. Einmal zur Gewohnheit geworden, will man diesen Zustand immer wieder erfahren. Die so entwickelte Gelassenheit spiegelt sich dann in unserem Alltag wieder. Also lasst uns heute damit beginnen.


Greybeard




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