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  • Günter Holasek

Montagsbotschaft

Die Seele.


Viele Menschen stellen sich die Frage: "Gibt es eine Seele? Gibt es Gott oder irgendetwas Höheres? Gibt es überhaupt etwas über das menschliche Leben hinaus?" Darauf gibt es, wie es scheint, keine zufriedenstellende Antworten. Trotzdem will ich versuchen, etwas Klarheit zu schaffen, unabhängig von Dogmen. Eines ist jedenfalls ganz sicher, von "Nichts" kommt "Nichts". Das ist auch jedem Forscher klar. Alles hat einen Ursprung, eine Ursache. Viele Forscher sind der Ansicht, dass die sogenannten neuronalen Abläufe im Gehirn das Bewusstsein sind oder es erzeugen, dass irgendwie alles durch Mutation und Zufall entstanden ist. Solche Aussagen entbehren jeglicher Logik, auf diese sich diese Forscher aber selbst berufen. Leben kommt von Leben und nicht von "Nichts". Das Gehirn selbst denkt nicht, es ist nur der Computer, um auf der materiellen Ebene existieren und kommunizieren zu können. Die Seele denkt, bewertet, leidet oder freut sich, nicht das Gehirn oder der Körper. Alles, was wir erleben, spiegelt sich als Emotion in unserem Körper wider und führt zu einem erfüllten oder sehr anstrengendem Leben. In alten Indischen Schriften steht etwas sehr interessantes über die Seele. Frei übersetzt von mir: "Die Seele ist so groß wie der zehntausende Teil einer Haarspitze und sitzt im Bereich des Herzens. Sie kann nicht zerteilt, verbrannt oder ertränkt werden. Sie lebt immer und ewig, ist ohne Anfang und Ende, wurde nie geboren und wird nie sterben." Eine wunderbare Erklärung, finde ich. Wie schon anfangs erwähnt, von "Nichts" kommt "Nichts", alles hat einen Ursprung. Der Körper besteht aus Erde und kehrt zu ihr zurück. Der Geist, das Bewusstsein, also die Seele selbst, kehrt bis zu ihrer eventuellen neuen Verkörperung auf die Geistige Ebene zurück, die einer Höheren Instanz unterliegt. Die Menschen nennen sie Gott, Allah, Shiva, Krishna, Jesus oder Universum. Es gibt mit Sicherheit tausende von Namen, doch sie alle können das Unbeschreibliche nicht beschreiben. Alles Lebendige, ja die ganze Schöpfung, einschließlich des ganzen Kosmos, unterliegt dieser Höheren Instanz. Bei einer Grabrede in Tirol fielen einst folgende Worte: "Nimm Erde, was Dein ist. Gott nehme, was seines ist. Der Leib wurde aus Erde gebildet. Die Seele eingehaucht aus der Höhe". Ja, diese Worte bringen es auf den Punkt. Ich nenne die Seele auch das "Formgebende Energiepotential". Die Seele ist das eigentliche Lebewesen, es gibt kein unbeseeltes Leben. Reine Materie ist tot und hat kein Bewusstsein. Keinem Forscher oder Wissenschaftler ist es jemals gelungen, einer Handvoll Staub Leben einzuhauchen. Unser Körper wird wieder zu Staub. Wie hört man es oft am Grabe: "Erde zu Erde, Staub zu Staub". Solange ein Mensch nicht bereit ist, unabhängig von jeder Religion, sich mit dieser Kraftquelle bewusst und dankbar zu verbinden, führt er einen Kampf gegen sich selbst, gegen das Leben. Es genügt nicht zu sagen, ich habe eine Seele. Das ist nur eine weitere Ausrede, um nicht die vollständige Verantwortung für das eigene Leben übernehmen zu müssen. Erst die Erkenntnis, ich bin Seele und wohne eine Zeit lang in diesem Körper und die vollständige Übernahme der Verantwortung für das eigene Leben, führt zu einer echten Weiterentwicklung. Sie führt zu einem erfüllten und selbstbestimmten Leben ohne Furcht vor dem Tod, der nur ein Übergang ist. Darum lasst uns in diesem Leben danach streben, bewusst die geschenkte Zeit in Liebe und Mitgefühl, in Achtsamkeit und Selbstachtung, in Freude und innerem Frieden zu verbringen. Der Körper unterliegt der Auflösung, doch die Seele ist unsterblich. Den Tod zu verdrängen bedarf großer Anstrengung und verschwendet unnötig unsere kostbare Lebensenergie. Wer die Unsterblichkeit der Seele zum Novum seines Lebens macht, lebt frei und unbefangen, dankbar für die Geschenke des Lebens, dankbar für die Familie und Freunde, dankbar für die Möglichkeit, immer und immer wieder das Leben in dieser faszinierenden Schöpfung zelebrieren zu dürfen.


Greybeard




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