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  • Günter Holasek

Montagsbotschaft

Religion & Spiritualität.


Religion (von lateinisch "Religio", gewissenhafte Berücksichtigung, Sorgfalt - zu lateinisch "Relegere", bedenken, achtgeben) ursprünglich gemeint, die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorschriften und Vorzeichen.


Spiritualität (von lateinisch "Spiritus", Geist, Hauch) bzw. Der persönliche, weltanschauliche Glaube bestimmt seine konkrete Bedeutung für jeden Einzelnen, etwa ob Gott oder andere Geistwesen, numinose und natürliche Kräfte darin eine Rolle spielen.


Sehr viele Menschen sind der Ansicht, den richtigen Glauben zu vertreten und der richtigen Religion anzugehören. Religionen beinhalten ohne Zweifel die Grundlagen echter Spiritualität, so wie ich sie verstehe. Doch leider werden die Religionen häufig von Fanatikern und Dogmatikern missbraucht, um Menschen zu manipulieren, zu unterdrücken und zu beherrschen. Im Namen Gottes überzieht die Welt ein Netz von Betrug, Gewalt, Mord, Totschlag, Missbrauch, Hass und Schmerz. Jedoch will ich es mir selbst nicht anmaßen zu behaupten, die richtige Religion oder den rechten Glauben zu besitzen, noch die volle Spirituelle Wahrheit erfassen zu können. Hier schreibe ich nur als Beobachter über meine Eindrücke und Erfahrungen. Was davon mit echter Spiritualität im Zusammenhang steht, mögen die jeweiligen Leser dieser Zeilen in Eigenverantwortung ermessen. Es sei hier meinerseits erwähnt: "Von Nichts kommt Nichts!" "Alles hat eine Ursache!" "Bewusstsein kommt von Bewusstsein!" und nicht von neuronalen Vorgängen im Gehirn. Bewusstsein hat seinen Ursprung auf der spirituellen Ebene und die individuellen Seelen sind seine Träger. Das, was viele Menschen Gott nennen, ist die "Ursache aller Ursachen", die "Quelle aller Quellen". Sehr gerne verwende ich selbst den Begriff die "Höchste Persönlichkeit Gottes". Die unbegreifliche, unfassbare, faszinierende und wunderschöne Schöpfung ist ein Ausdruck des "Göttlichen Bewusstseins". Ein großer Teil der Menschheit betet die Pseudowissenschaft und die Konsumwelt an. Das ist die Religion der Selbstaufgabe und des schleichenden Untergangs. Ohne Spiritualität ist das Leben sinnentleert und seelisch kraftlos. Spiritualität muss lebensbejahend, bekräftigend und ausgleichend sein. Dogmatische Regulierungen führen nicht zu einer tieferen Spiritualität. Menschen, die sich kasteien und körperliche Bedürfnisse unterdrücken und bekämpfen sind nicht mit der Spiritualität im Einklang, sondern in einen inneren Kampf verstrickt, der sehr frustrierend sein kann und nicht selten in Bitterkeit und Mangel mündet. Ein immer aktuelles Beispiel ist das Zölibat verschiedener Religionen. Die eigene Sexualität als negativ zu verurteilen, führt häufig zu Missbrauch und Selbsthass, getragen von massiven Schuldgefühlen. Gott hat uns keine Dogmen geschenkt, sondern Liebe und einen freien Willen. Jeder Mensch hat die Fähigkeit, sich auf seine ganz individuelle Art Gott zu nähern. Viele Menschen wünschen sich die Hilfe eines Lehrers oder Meisters. Gott befindet sich in uns, wir müssen ihn nicht im Außen suchen. Gott kann nicht rational oder logisch erfasst werden. Es ist ein Prozess der dankbaren Hingabe und einer mystischen Innenschau. Es kann während einer Meditation geschehen oder in der Natur, selbst im Alltag ist es möglich. Es beginnt, wenn wir uns bewusst oder unbewusst auf die "Höchste Schwingung" eingestimmt haben. Eine Art Auflösungsprozess tritt ein und alles Umgebende verliert sich im Hintergrund. Die Wahrnehmung verlagert sich vom Außen in unseren innersten Seelenbereich. Es folgt eine Tränenflut der Dankbarkeit, der ganze Körper vibriert in einer Art Ekstase. Danach wird es still, nichts ist mehr da, nur bewertungsfreie, wortlose Wahrnehmung und vollkommene Klarheit ohne Wissen. Es existiert weder Zeit noch Raum. Und taucht man wieder auf, bleibt ein großes Erstaunen zurück, eine tief bewegte Seele und sehnsuchtsvolle Dankbarkeit. Gesegnet sind die Menschen, die dies einmal erfahren durften.


Greybeard



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