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  • Günter Holasek

Montagsbotschaft

Das Innere Gift.

Wieder einmal sitze ich im Wald und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Sie suchen und finden ihren Weg, wie das Licht der Sonne, das den Herbstnebel sanft durchdringt. Eine alte Buche gewährt mir Schutz und Inspiration. Viele Menschen sind der Ansicht, dass eine Veränderung im Außen auch immer eine Veränderung im Inneren zur Folge hat. Das kann ohne Zweifel ein wichtiger Impuls sein. Doch allzu oft wagt man es nicht, an die wirklich wichtigen Themen heran zu gehen. Man sucht eher die Selbstbestätigung im Außen, das kann bis zu einer extremen Askese und Selbstkasteiung gehen. Die Menschen sind dann damit beschäftigt, ihre Süchte und negativen Gewohnheiten zu bekämpfen. Das wird dann häufig zu einem Kampf gegen sich selbst, der sehr anstrengend und kräftezehrend ist. Anstatt wichtige Innere Veränderungen einzuleiten und sich auf Lösungsansätze zu fokussieren, verliert man sich im Netz seiner unbewussten, negativen Verstrickungen. Alle Aktivitäten sind dann Problemfixiert und nicht Lösungsorientiert. Der Mensch sucht sich immer das Problemfeld aus, von dem er annimmt, dass er bei der anstehenden Veränderung Erfolg haben könnte. Nicht wenige Menschen sind davon überzeugt, sich auch auf der spirituellen Ebene schnell weiter entwickeln zu können, wenn sie ihre Ernährungsgewohnheiten ändern und auf jeglichen Genuss verzichten. Einige entsagen sogar der Sexualität. Das endet leider sehr oft in Frustration, Bitterkeit und Missbrauchsgeschichten. Wenn ein Mensch durch Liebe und Hingabe den Verzicht als echte Freude erlebt, dann ist das eine Bereicherung für sein Leben. Doch wenn der Verzicht zur Zuschaustellung der vermeintlichen Weiterentwicklung wird, ist er nutzlos und kontraproduktiv. Die Bedeutung der Überschrift "Das Innere Gift" ist für mich ein Sammelbegriff für jene negative Emotionen und Gefühle, die einen Menschen von seiner gewünschten Weiterentwicklung abhalten. Dazu gehören Ängste, Gier, Neid, Selbsthass, Selbstzweifel, Selbstmitleid und Einsamkeit. Was nützt es, sich Bio-Nahrungsmittel und gereinigtes Wasser einzuverleiben, wenn man der Geist durch negative Emotionen vergiftet ist. Das am stärksten wirkende Gift in unserem Körper, in unserem Leben, sind unsere unkontrollierten, negativen Gedanken. Dort wo unsere Gedanken sind, da wird unser Leben sein.

Das "Großreinemachen" sollte also in unserem Inneren geschehen. Sind dann unser Herz und unsere Seele durch Selbstvergebung, Selbsterkenntnis, Selbstliebe und aufrichtiger Wahrheitssuche geläutert, verlieren sich die negativen Anhaftungen und man fühlt eine große Erleichterung. Die Sehnsucht nach Liebe und Licht wird gestärkt und die Wandlung erfasst Körper, Geist und Seele. "Das Innere Gift" wird neutralisiert und der Mensch befreit sich selbst. Also sollte die Lebensenergie nicht für innere Kämpfe verschwendet werden, sondern dem Erstarken einer echten Spiritualität dienen. Gesegnet ist der Mensch, der die Liebe zu sich selbst erweckt hat. Er wird fortan alle Geschöpfe lieben und achten. Frei von selbstvernichtenden Zweifeln ist er über sich hinaus gewachsen. Die Natur macht es uns täglich vor, lasst es uns ihr gleichtun.


Greybeard




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