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  • Günter Holasek

Montagsbotschaft

Montagsbotschaft: Unzufriedenheit


Jeder Mensch hat es schon einmal erlebt, dieses nagende Gefühl des Frustes, der Wut, der Enttäuschung und der Gewissheit, dass niemand einen versteht. Die kleinste Kleinigkeit bringt das Fass zum Überlaufen, ein falsches Wort, eine unverstandene Geste oder ein Nichts, das der Hilflosigkeit des Lebens entspringt. Die Schuldzuweisung ist schnell geschehen: "Es ist das Kind, der Partner, die Arbeit, die Schule, die Gesellschaft, das Schicksal." Schuldig ist, wer dieses Narrativ der Unzufriedenheit ergründen will, wer hinterfragt, erörtert und beobachtet. Dies wird häufig als eine weitere Provokation wahrgenommen. Das Erkennen der Ursachen dieser Unzufriedenheit ist sehr oft völlig unerwünscht. Was ist der Ursprung dieser destruktiven und zerstörerischen Macht? Die Gründe sind häufig einfach und trotzdem in ihrer Wertung höchst unterschiedlich. Natürlich spielen die Lebensumstände eine große Rolle. Doch denke daran: "Dort, wo Deine Gedanken sind, da wird Dein Leben sein!" Wir erschaffen alle durch unser Denken ungewollt nach und nach auch diese Lebensumstände, die wir zutiefst ablehnen. Die Hauptursache unserer Unzufriedenheit entspringt unserem Inneren, unserer Seele. Das Gefühl, dass niemand einen versteht, dass niemand einen liebt, dass niemand einen vermisst, führt zu einer destruktiven Resignation, die einen nahezu hilflos zurück lässt. Trotz all der vielen Menschen, die man vielleicht kennt, erfährt man eine tiefe Einsamkeit. Diese mündet oft in eine Frustration und in eine große Trauer, die zu weiteren unerwünschten, leidvollen Lebensumständen führen. Wie kann man dieser Unzufriedenheit begegnen, ihr die kräfteraubende Energie entziehen? Der erste Schritt ist die Akzeptanz der eigenen Unzulänglichkeiten, der Schwächen, Zweifel und Ängste. Daraus sollte unbedingt als nächste Maßnahme die Selbstvergebung resultieren. Anderen Menschen zu vergeben, die einem selbst einmal viel Leid zugefügt haben, ist nicht immer zeitnah umsetzbar. Also ist die Selbstvergebung die erste Option. Wer mit sich selbst im Reinen ist, dem fällt Vergebung leicht. Auch hier können wir wieder erkennen, dass jegliche Wandlung immer im Denken ihren Ursprung hat. Wenn uns die momentane Lebenslage aussichtslos erscheint und wir das Gefühl in uns verspüren, nichts ändern zu können, so ist doch die Voraussetzung einer jeglichen Veränderung die Korrektur unserer Gedanken. Niemand sollte sich dazu hinreißen lassen, negative Lebensumstände zu akzeptieren und klaglos hinzunehmen, sondern im Gegenteil, zu sich selbst stehen und sich mit all seiner Kraft für die eigene Freiheit und Unabhängigkeit einsetzen. Unzufriedenheit entsteht in erster Linie mit der verweigerten Auseinandersetzung mit den eigenen Lebensthemen. Befreie dich durch Selbstvergebung und du befreist gleichzeitig die Menschen, die dir nahe stehen. Unzufriedenheit entsteht durch innere Unruhe. Also bringe Ruhe in dein Leben, damit sich der Sturm des Lebens etwas legen kann.


Greybeard




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