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  • Günter Holasek

Montagsbotschaft

Montagsbotschaft: Panik.


Bedeutung: Durch eine plötzliche echte oder vermeintliche Gefahr hervorgerufene Angst, die zu unüberlegten Reaktionen führt.

Viele Menschen haben schon häufig eine sogenannte Panikattacke erlitten. Sie entstehen oft überraschend in Situationen, denen eigentlich kein Gefahrenpotential zugrunde liegt. In Sekundenbruchteilen erzeugt das Unterbewusstsein scheinbar völlig irrationale und unbegründete Angstzustände. In den Frühzeiten der Menschheitsgeschichte waren diese hochmotivierenden Angstzustände die Grundlage, um bei einer Gefahr mit Kampf oder Flucht reagieren zu können. In der heutigen Zeit geraten wir Menschen selten in eine unerwartete, lebensbedrohliche Konfliktsituation. Das Kämpfen oder Flüchten wurde uns nahezu aberzogen und so stehen wir einer solchen Situation hilflos, oft sogar wie gelähmt gegenüber. Es folgt keine körperliche Reaktion auf diese auslösende Stress-Situation. Man unterdrückt die motorischen Impulse und zieht sich unter heftigster Anspannung zurück. Die ausgeschütteten Stresshormone verbleiben im Blut, da sie nicht durch eine aktive körperliche Aktion aufgebraucht werden. Der Mensch nimmt nur seinen rasenden Herzschlag wahr und durch diese ungewohnte Reaktion des Körpers und fehlendem Wissen über diese inneren Abläufe, verliert er sich in einer Panikattacke. Es kann sich hierbei um ein echtes Schockerlebnis handeln oder z.B. um eine medizinische Diagnose mit negativer Heilungsprognose. Dieses Erlebnis prägt sich richtiggehend im Unterbewusstsein ein und ohne die Entwicklung einer lösungsorientierter Strategie bildet sich nach wenigen derartigen Erlebnissen eine sinnbildliche Schiene (automatisches Reaktionsmuster). Somit reicht in der Zukunft eventuell schon ein Bruchteil der Intensität des ehemals zugrundeliegenden Konflikterlebnisses aus, um eine Panik auszulösen. Bei der ursprünglichen Stresssituation wurden unbewusst alle Wahrnehmungen auf unseren Sinnesebenen abgespeichert (visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch) und bilden später die Triggerpunkte einer eventuell erneuten Auslösung des Geschehens. Erschwerend kommt hinzu, dass der Mensch in seiner Hilflosigkeit eine Angst vor der Angst entwickelt und dadurch noch schneller in Panik gerät. Wie können wir es lernen, eine solche Krisensituation erfolgreich zu meistern? Es ist wichtig zu erkennen, dass ein Bekämpfen dieser Ängste keine Verbesserung der Krisensituation herbeiführt. Der Ausweg besteht im Annehmen der körperlich und seelisch unangenehmen Prozesse im Wissen, dass real nichts existiert, das einen in Todesangst versetzen müsste. Im Vertrauen auf die eigene Vitalität und in das Wunder der Schöpfung, die diesen faszinierenden Körper geschaffen hat, reicht es aus, die Wahrnehmung dieser bedrohlichen Angst zu registrieren, anzuerkennen, doch nicht mit den Gedanken dort zu verweilen. Stattdessen ist eine Konzentration auf die Atmung erforderlich, während dieser einfach das Ein- und Ausatmen beobachtet wird. Möglichst ruhig und gleichmäßig weiter atmen und dabei den Atem beobachten. Auch die Vorstellung Ruhe einzuatmen ist dabei sehr hilfreich. Diese Methode wurde schon vor über zweitausend Jahren von Buddha und seinen Schülern praktiziert und hat bis heute nichts von ihrer Wirksamkeit eingebüßt. Natürlich gehört etwas Übung dazu, doch schon nach wenigen Wochen werden die Erfolge sicht- und spürbar. Ist dieses neue Denk- und Verhaltensmuster erst einmal im Unterbewusstsein verankert, beruhigt sich das erregte Herz, der Blutdruck sinkt und Ruhe kehrt ein. Dieses positive Experiment einmal zu wagen und mindestens 4 bis 6 Wochen durchzuhalten, erzeugt nach und nach mehr Selbstvertrauen. Das bedeutet, dass man sich selbst in jeder Situation zutiefst vertraut und somit endlich befreit ist.

So sei es!


Greybeard




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