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  • Günter Holasek

Montagsbotschaft

Montagsbotschaft: Hingabe und Selbstaufgabe


Viele Menschen verwechseln Hingabe mit Selbstaufgabe. Sie opfern sich auf für die Partnerschaft, Familie, Verwandtschaft, Freundschaft oder/und den Beruf. Sie haben sich ohne es zu bemerken in eine Opferrolle begeben und leiden unter ihren Anstrengungen den Anforderungen anderer zu genügen. Wenn sie dann die sich selbst gestellten Aufgaben nicht erfüllen können, bestrafen sie sich auch noch selbst mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen. In der Opferrolle zu sein bedeutet mehr zu geben, als man eigene Ressourcen zur Verfügung hat und das gilt für alle Ebenen. Man brennt im wahrsten Sinne des Wortes aus und die sich ständig reduzierende Lebensenergie führt zu Stress und Krankheit. Warum stellen diese Menschen das Leben anderer über ihr eigenes? Was treibt viele dieser Menschen in den sprichwörtlichen Untergang? Welche Beweggründe sind die Ursachen? Im Grunde ist es ganz einfach zu erklären. Diese Menschen leiden unter ihren meist unbewussten Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstwertkonflikten. Sie versuchen ihren Selbstwert durch Tätigkeiten und die daraus resultierende Anerkennung im Außen zu generieren. Diese Verhaltensmuster sind meist in der Kindheit entstanden. Zuwendung, Anerkennung und Liebe gab es nur nach erbrachter Leistung. Diese Denkmuster zu durchbrechen erfordert einige Maßnahmen, die den Rahmen dieser Montagsbotschaft sprengen würden. Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Mit diesen Zeilen will ich nur den Unterschied zwischen Hingabe und Selbstaufgabe sichtbar machen. Echte Hingabe wird gespeist von Kraft, Zuversicht, Integrität und Unabhängigkeit. Sie ist ein Geschenk und überfordert den schenkenden Menschen nicht, sondern bereichert ihn. Er verliert sich nicht in seinem Tun und ist sich stets seines Selbstwertes bewusst. Er ist selbstsicher, selbstbewusst und niemals überheblich oder arrogant. Bescheidenheit und Empathie zieren sein Wesen. Ein solcher Mensch kann sich ohne Kraftverlust und mit Freude der Partnerschaft, Familie, Verwandtschaft, Freundschaft, dem Beruf und natürlich auch der Spiritualität hingeben. Wobei diese Hingabe, unabhängig von einer Religion, an die Spiritualität zu einer immensen und bereichernden Kraftquelle werden kann. Eine Quelle, aus der man Zufriedenheit, Gelassenheit, Zuversicht und tiefes Vertrauen schöpfen kann. Die Einsamkeit weicht wie der Nebel den wärmenden Strahlen der Sonne und es entsteht eine tiefe Verbundenheit mit der Schöpfung. Dieser Mensch empfindet das Alleinsein als Bereicherung und doch genießt er die Nähe seiner Liebsten. Er genügt sich selbst, ohne auf die Wertschätzung von anderen angewiesen zu sein. Er nimmt sein Leben als Geschenk und nicht als Last wahr. Sein Dasein wird genährt von einer tiefen Dankbarkeit. Gesegnet ist so ein Mensch, dessen Kraft von der Höchsten Liebe und dem Höchsten Licht gespeist wird. So ist es.


Greybeard




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